![]() | Keimzelle RADSPORT |
Sommerzeit ist Radsportzeit, heute sind es Montainbikes oder andere sportliche Räder, die von den radsportbegeisterten Sportlern gerne gekauft werden. Bei uns in Brackwede hat der deutsche Radsport eine Keimzelle gehabt. In den schwierigen 30er Jahren, als in Deutschland große Arbeitslosigkeit herrschte, besannen sich Brackweder Unternehmer auf das Fahrrad und deren Produktion. Man hatte über den Teuto gesehen, denn in Bielefeld hatte man einen neuen Erwerbszweig in der Fahrradfabrikation gesehen. Die Dürkoppwerke waren mit Vorreiter in der Produktion von Zweirädern, aber auch in Brackwede hatten viele diese neue Arbeitsbeschaffungsmaßnahme erkannt. |
![]() Auch viele Zubehörteile wurden bei uns angefertigt. Es gab die Stricker-Versandräder, das Qualitätsrad der Fa. RABENEICK, das stabile Rad der Firma Wellendiek und auch das Osningrad der Firma Buschkamp. Kettenschützer stellte die Firma Gertkamp her und Zubehörteile lieferte die Firma Hemmelskamp. Nur der Erfinder des goldenen Lenkers, der stammt nicht aus Brackwede. |
Im Jahr 2001 kann der Radfahrverein Teutoburg in Brackwede sein 150-jähriges Jubiläum feiern. Bei der Deutschlandfahrt war abwechselnd Brackwede bzw. Bielefeld Etappenziel. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wenn morgens gegen 9.00 Uhr die Mannschaft wieder ins Rennen ging. In Brackwede war der Start vor dem Werkstor der Firma Rabeneick an der Windelsbleicher Straße. Die guten Rabeneickräder waren nur über den Fachhandel zu beziehen, zum Beispiel Fa. Fahrrad-Fischer an der Hauptstraße. Die Firma Stricker lieferte direkt ab Werk an den Verbraucher. |
Man brauchte damals nur irgendeine Zeitung aufschlagen und man sah Werbung von der Firma Stricker-Brackwede. Jede Anzeige, jeder Brief und nicht zuletzt jedes Fahrrad warb bereits unterwegs für die Fahrradproduktion in Brackwede. Die Rabeneick-Rennräder taten ein Übriges auf jeder Rennsportveranstaltung. Die Firma aus Brackwede hatte mit ihren Rädern über 50 deutsche Meistertitel errungen. Bei der Deutschlandrundfahrt im Jahr 1949 hatte das Postamt Brackwede sogar einen Sonder-Stempel ! |
| Der große Zulieferer für Freilaufnaben war damals die Firma Fichtel & Sachs in Schweinfurt. Heute steht an der Einfahrt zur Firma Rabeneick schlicht und einfach "Sachs". Die Zeiten haben sich verändert, aber die Erinnerung bleibt. Auch diese Epoche zählte trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage Deutschlands zu den Pluspunkten Brackwedes. |
(c) Ihr Quirkendörper Ihr Hans Becker | |
![]() | |